Springende Sandkörner und tanzende Regenbögen
Ausflug nach Wiesbaden zum Schloss Freudenberg
Am 13. Juni war es wieder so weit. Eine Gruppe Entschlossener, Neugieriger und Mutiger aus den Reihen des Freundeskreises von Burg Fürsteneck und der Musischen Gesellschaft traf sich in Wiesbaden. Die Stadt hatte sich extra für uns mit dem schönsten Sommer- und Sonnenwetter herausgeputzt. Viel Stadt gab es, außer bei der An- und Abreise, nicht zu sehen. Dafür inspizierten wir Schloss Freudenberg und den Schlosspark ausgiebig.
Schloss Freudenberg ist eine schlossartige Villa, die von 1904 bis 1905 inmitten eines Parks errichtet wurde. Bis 1984 wurde das Schloss unterschiedlich genutzt, dann stand es leer und verfiel. Zerstörung, Vandalismus und Brandschäden waren die Folge. Die Gebäudesanierung begann im Jahr 1994. Es entstand ein Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, welches mit 160 Stationen, Instrumenten und Versuchen bestückt ist. Es ist eine Art „Labor“, in dem jeder experimentieren kann. Man begibt sich auf eine Entdeckungsreise der eigenen Wahrnehmungsfähigkeiten mit allen Sinnen. (Quelle: Wikipedia)
Schloss Freudenberg scheint äußerlich und innerlich etwas in die Jahre gekommen zu sein, man sieht vielfältige Bemühungen, es zu erhalten und auf den Stand der Zeit zu bringen, man ahnt die Millionen, die es noch braucht. Trotzdem ist es einen Besuch wert – vor allem, wenn man seine kindliche Neugier behalten hat. Es gibt viel zu entdecken, es wird viel gezeigt und überall wird man schnell zum Teil der Szenerie. Man darf alles anfassen, ausprobieren und bestaunen. Licht, Farben und Dunkelheit, Töne und Gerüche, Ordnung und Chaos … ein Highlight folgt dem anderen. Und zwischendurch steht man an, um sich einen Kaffee zu ordern.
Im Klangraum hingen kleine und große Gongs (oder heißt es „Gönge“?), aus Metall, Granit und anderen Materialien. Auf dem Boden liegend ließen wir ein Feuerwerk zarter und kräftiger Klänge über uns fließen: Töne aus Klangschalen, Rasseln, Gongs … In einem anderen Raum begegneten wir Regenbögen jedweder Größe. Mittels Prisma konnte jeder seinen eigenen begutachten und tanzen lassen. Allerdings, an ihren Enden war kein Goldschatz verborgen, sonst wären wir jetzt alle steinreich. Mit Hammer und Bogen entließen wir Töne in die Welt, begutachteten die Tänze von Sandkörnern (Chladnische Klangfiguren – könnt Ihr ja mal googeln). Im Dunkelgang schlug das Herz höher und ein Erlebnis besonderer Art war die Dunkelbar. Sehen zu können ist eine geniale Erfindung der Evolution. Wem es fehlt … Das waren nur wenige der Attraktionen im Schloss Freudenberg.
Weiter ging es draußen im Park. Dort gab es viel zu entdecken, den Barfußpfad, die Simultanschaukel für zwei und vieles andere. Und einen Kiosk, der Eis im Angebot hatte. Das Wetter war anstrengend schön.
Der Tag verging schnell, am Ende waren wir schlauer als am Morgen. Solche Tage brauchen wir.
Vielen herzlichen Dank den Organisatoren!
Rainer Franke, im Juni 2026